
11.02.26 –
In einer außergewöhnlich angespannten Finanzlage hat der Kreistag Rendsburg-Eckernförde in der Sitzung des Kreistages am 2. Februar 2026 über den Haushalt des Kreises für das Jahr 2026 abgestimmt.
Die finanziellen Spielräume sind eng, Rücklagen weitgehend aufgebraucht, und die kommenden Jahre bleiben aufgrund der millionenhohen Defizite herausfordernd. „Dieser Haushalt ist deshalb kein Haushalt des Gestaltens, sondern in vielen Bereichen ein Haushalt des Sicherstellens: Sicherstellen von Handlungsfähigkeit und Sicherstellen von Pflichtaufgaben“, betonte Kirsten Zülsdorff.
Abwägungsentscheidung zur Kreisumlage
Vor zwei Jahren wurde eine Absenkung der Kreisumlage auf 27 Prozent zur Entlastung der Kommunen mit der klaren Aussage beschlossen, dass diese Absenkung nur temporär sein kann. Heute sind die Rücklagen des Kreises aufgebraucht. Die prognostizierten Defizite bleiben. Eine Anhebung auf 29 Prozent ist daher notwendig, um die Handlungsfähigkeit des Kreises zu sichern.
In der Debatte um die Höhe der Kreisumlage ging es uns nicht darum, Kreis gegen Kommunen auszuspielen. Es geht darum, die finanziellen Interessen beider Seiten fair zu berücksichtigen und einen verantwortungsvollen Ausgleich zu finden. Gleichzeitig war uns wichtig, die Belastung so fair wie möglich zu verteilen. Denn sowohl dem Kreis als auch den Kommunen geht es schlecht.
„Wir stehen dazu, die Kreisumlage mindestens bis 2028 konstant bei 29 Prozent halten zu wollen – damit alle Seiten in den kommenden Jahren Planungssicherheit haben“ erklärt Co-Fraktionsvorsitzende Kirsten Zülsdorff.
Ausgaben des Kreises auf Herz und Nieren geprüft
Als Kreistagsfraktion haben wir uns intensiv mit den Zahlen und Kostenpunkten des Haushalts beschäftigt und die Ausgaben des Kreises auf Herz und Nieren geprüft. Auch wir haben auch schmerzhafte Einschnitte bei freiwilligen Leistungen mitgetragen. Nicht, weil uns das leichtfällt – sondern weil wir wissen, dass wir alle Verantwortung tragen, Ausgaben zu begrenzen. „An mancher Stelle kann vielleicht mit weniger Geld ausgekommen werden, an manch anderer führt ein rigider Sparkurs zu langfristigen Problemen“ ergänzt Christine von Milczewski. Es ist für uns wichtig, bestehende Strukturen und Institutionen, die über Jahrzehnte Im Kreis Rendsburg-Eckernförde aufgebaut wurden und sich bewährt haben zu erhalten und finanziell zu fördern. Hierzu zählen für uns insbesondere das Nordkolleg und das Landestheater, die Kreismusikschule, oder das Grundbildungszentrum der VHS Rendsburger Ring.
Handlungsfähigkeit der Kreisverwaltung erhalten
Als Bürger*innen des Kreises erwarte wir eine Verwaltung, die nicht nur Gesetze und Verordnungen umsetzt, sondern auch die Entwicklung in unserem Kreis Rendsburg-Eckernförde planerisch und gestalterisch begleitet. Deshalb wollen wir als grüne Fraktion an dem ohnehin knapp bemessenen Personalkostenbudget der Verwaltung keine strukturellen Kürzungen vornehmen. Wichtig ist für uns, dass die Verwaltung ihre Aufgaben qualitativ hochwertig erledigt im Dienste der Allgemeinheit. Das Vertrauen in die Demokratie lebt davon, dass die Bürger*innen die Verwaltung als effizient und handlungsfähig erleben.
Strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen
Die Probleme, vor denen wir stehen, sind nicht hausgemacht. Sie sind Ausdruck einer strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen insgesamt: In den vergangenen Jahren sind viele zusätzliche Anforderungen an Kreise und Kommunen herangetragen worden, aber diese sind nicht immer mit einer auskömmlichen Finanzierung verbunden worden. Das setzt die kommunalen Haushalte zunehmend unter Druck. Für uns ist klar: Wer Aufgaben überträgt, muss auch für deren Finanzierung sorgen.
Wir hoffen, dass wir als kommunale Familie die schwierigste Phase dieser Finanzkrise bald hinter uns lassen und wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen können.
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Haushalt
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